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Technologie
30.08.2011
Was Facebooks "Gefällt mir" Buttons verraten
Datenschützer warnen vor den überall auftauchenden Gefällt-Mir-Buttons von Facebook. Tatsächlich übermittelt er persönliche Daten, auch ohne dass man ihn angeklickt hat.
25.09.2011
Das Problem mit Firefox und wie man es lösen könnte
Vor gar nicht so langer Zeit sah es so aus, als ob Firefox bald der beliebteste Browser werden würde, doch schlechte Managemententscheidungen haben das verhindert.
26.09.2011
US-Militär arbeitet an der Automatisierung des Krieges
Dronen, die über Afghanistan, Pakistan und dem Jemen im Einsatz sind, können bereits automatisch von einem Ort zum anderen fliegen und es ist unklar welche anderen Aufgaben sie auch noch erfüllen während sie sich im autonomen Modus befinden. Selbst wenn sie von Menschen ferngesteuert werden, produzieren diese Maschinen so viele Daten, dass Computer die Daten durchsuchen, um potentielle Ziele oder Objekte von Interesse vorzuschlagen. Dieser Trend zu größerer Eigenständigkeit wird noch größer werden, weil das US-Militär dazu über geht, dass ein Pilot nicht mehr nur eine sondern mehrere Dronen fernsteuert.
01.11.2011
Russland: Laser-Scanner gegen alkoholisierte Autofahrer
Die neue Erfindung, genannt "Bouton" (Blüte) wurde auf der internationalen Messe für Polizei- und Militärausrüstung ("Interpolitex") in Moskau vorgestellt. Bouton kann Spuren von Ethanol-Dämpfen in einem Auto aufspüren, das sich mit bis zu 150km/h bewegt. Laut Hersteller funktioniert es bei jedem Wetter und benötigt keine aufwändige Instandhaltung.
03.11.2011
Thorium möglicherweise ein besserer Brennstoff als Uran für Atomkraftwerke
Laut Lightbridge, einer Firma aus Virginia (USA), würde Thorium "die Menge an Müll dramatisch reduzieren, die ein Reaktor erzeugt, würde die Giftigkeit des Mülls reduzieren und keine Nebenprodukte erzeugen, die man für Atomwaffen einsetzen könnte" und es ist in der Erdkruste auch drei mal so häufig als Uran, das Element, das momentan in Atomkraftwerken eingesetzt wird.
20.11.2011
Russisches Raumfahrtprogramm braucht Programmierer
"Die russische Raumfahrtindustrie hat Probleme mit der Software. Die besten Programmierer sind gegangen, Nachwuchs gibt es keinen."
15.08.2011      teilen:enrubg
exklusiv für

Warum es nie zur IPv6 Umstellung kommen wird

Es gibt viele Hiobsbotschaften, die ankündigen, dass uns die IP-Adressen ausgehen und dass wir dieses Jahr, also 2011 auf den neuen Standard IPv6 wechseln müssen. Es stimmt zwar, dass uns die IP-Adressen ausgehen, doch wir werden heuer nicht auf IPv6 wechseln - im Gegenteil wird dieser Umstieg nie passieren.

_Um die Adressproblematik zu verstehen, kann man sie mit Telefonnummern vergleichen. Und die Problematik war auch schon unzählige Male die gleiche: Die Anzahl der Teilnehmer stieg immer weiter und irgendwann reichten die vorhandenen Telefonnummern nicht mehr aus, um neuen Teilnehmern Telefonnummern zu geben. Die Lösung war die Einführung von Vorwahlen, also in anderen Worten:

Alle bisherigen Teilnehmer konnten ihre Nummern behalten und neue Teilnehmer bekamen einfach Nummern mit einer anderen Vorwahl. (Natürlich gab es immer wieder kleinere Umstellungen bei denen auch Nummernänderungen erzwungen wurden, doch das war eher die Ausnahme, im Normalfall verloren die bestehenden Teilnehmer ihre Nummer nicht.) Das Ergebnis war, dass sich für bestehende Teilnehmer nichts änderte: Die eigene Nummer blieb die gleiche und auch alle Nummern im Telefonbuch blieben gleich - normalerweise merkten die bestehenden Teilnehmer gar nicht, dass neue Nummern vergeben wurden, und genauso sollte es auch auch sein.

Man sollte glauben, dass man aus der langen Erfahrung in der Telekommunikation bei der Erweiterung von unseren bisherigen IP-Adressen eine ähnliche Lösung finden würde, doch das ist leider nicht so.

IPv4 und IPv6 sind nicht miteinander kompatibel - um das Beispiel mit den Telefonnummern herzunehmen ist das ungefähr so als ob man von Nummern auf Buchstaben wechselt: Niemand könnte seine Nummer behalten.

Es gibt ca. 4 Milliarden IPv4-Adressen. Es gibt ca. 200 bis 300 Millionen benutzte Domainnamen, die alle mit einer bestimmten IPv4-Adresse verknüpft sind. (Dazu kommen noch Subdomains, also nicht bloß domain. com sondern auch z. B. www. domain. com, mail. domain. com, usw. ) Die Gesamtzahl aller Domains inklusive Subdomains ist schwer abzuschätzen, ich denke 1 Milliarde ist realistisch)

Um die Einführung von IPv6 erfolgreich durchzuführen, müssten also alle dieser Webseitenbesitzer folgendes tun:

  • Sicherstellen, dass alle ihre Server, Router, Switches usw. überhaupt IPv6 verstehen.
  • Für jede ihrer IPv4 Adressen eine IPv6-Adresse beantragen
  • Ihre DNS-Einträge mit diesen IPv6 Adressen ergänzen
  • In der "Übergangszeit" (die inzwischen schon über 10 Jahre dauert) muss jede Änderung doppelt gemacht und kontrolliert werden, weil man ja die IPv4 Adresse nicht abschalten kann, solange praktisch jeder mit IPv4 unterwegs ist.

Selbst wenn man unglaublich naiv und optimistisch ist und davon ausgeht, dass man für jede Domain nur 5 Minuten braucht, so ergibt sich ein Aufwand von ca. 40000 Mannjahren.

Soweit zur Theorie, die Praxis ist etwas schwieriger. So schreibt Google, dass sie IPv6 nicht für alle ihre Angebote aktivieren können, weil dies zu Netzwerkproblemen führen würde. Wenn sogar Google daran scheitert, IPv6 für alle Server durchgängig einzuführen, dann zeigt das, dass es eben nicht bloß darum geht, Adressen zu konfigurieren, sondern dass hier wesentlich kompliziertere Probleme existieren.

Aber selbst all das wäre zumindest irgendwie machbar, schließlich gibt es weltweit ganze Armeen von Netzwerkadministratoren. Die technischen Probleme sind grundsätzlich lösbar, das wirkliche Problem ist eben kein technisches, sondern der an Größenwahn grenzende Glaube der IPv6-Designer, dass man ein internationales, weltweites Netzwerk reformieren werden kann, indem sich alle Teilnehmer neue Adressen suchen.

Was jede IPv6-Einführung zum Scheitern verurteilt ist das Henne-Ei Problem:

Weil fast keine Webserver mit IPv6 erreichbar sind, gibt es verständlicherweise kein Interesse von Anwendern dafür. Ohne IPv4-Adresse ist das Internet praktisch nutzlos, weil abgesehen von ein paar Ausnahmen keine Webseite abrufbar ist. Und weil es fast keine IPv6-Anwender gibt, gibt es verständlicherweise auch keinen Grund für Webmaster IPv6-Adressen zu beantragen.

Man hat keinerlei Vorteil, wenn man bei der IPv6-Umstellung der erste ist, ganz im Gegenteil: Die ersten müssen sich mit fehlerhafter Software, unwilligen Partnerfirmen, teurerer Hardware und ungetesteten Systemen herumschlagen. Wozu also der erste sein? Die rationale Vorgangsweise ist es, darauf zu warten, dass sich IPv6 "durchsetzt" und erst dann wenn die ganze Infrastruktur läuft auf den Zug aufzuspringen. Weil das aber alle tun, wird das aber nie passieren.

Der Fehler des IPv6-Designs liegt daher nicht wirklich bei der Technik. Der Fehler liegt nicht im Design des Protokolls selbst, sonder in der Inkompatiblilität der Adressen: Wenn man die Adressen kompatibel definiert hätte, oder anders ausgedrückt, dass eine IPv4-Adresse gleichzeitig eine IPv6-Adresse ist (also wie schon vor hundert Jahren bei den Telefonnetzwerken), dann hätte IPv6 eine Chance gehabt, doch das ist eben nicht der Fall. Und weil es eben kein technisches sondern ein administratives Problem ist, kann man es auch kaum technisch lösen.

Fazit:

Die Umstellung auf IPv6 wird nie passieren. Es wird irgendeine Lösung (höchstwahrscheinlich NAT-basiert) gefunden werden, die es erlaubt, dass alle bisherigen Teilnehmer ihre Adressen behalten und weiter benutzen können.

Im Unterbewusstsein scheinen das auch technikverliebte Menschen verstanden zu haben, denn die IPv6-Unterstützung wird in den letzten Jahren eher schlechter als besser, beispielsweise verkauft Cisco/Linksys noch immer Router, die kein IPv6 verstehen und open-source Projekte wie DD-WRT haben IPv6 in der Standardinstallation wieder deaktiviert um mehr Platz für andere Features zu erhalten. Wenn sich sogar Projekte von Menschen, die Spaß an der Technik haben, von IPv6 abwenden, wie kann man ernsthaft glauben, dass sich normale Firmen und Anwender dafür interessieren? Laut Google beträgt die Nutzung von IPv6 seit November 2009 etwa 0,3% und stagniert seit dem.

Man kann die Zukunft nicht vorhersagen und man kann auch nicht vorhersagen, wie lange IPv4 noch leben wird, doch eines ist sicher: Was auch immer danach kommen wird, es wird nicht IPv6 sein.

Kein Plan B: Warum der IPv4-to-IPv6 Übergang ziemlich hässlich wirdMathias Heimlupocom05.01.2011
Folgende Artikel haben auf diesen Artikel verwiesen:
Weltweiter IPv6-Tag verstreicht ergebnislos07.06.2012
Apple entfernt IPv6-Unterstützung17.04.2012
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